Hintergrundinformationen

Nachhaltigkeitsstrategie für den Freistaat 2018

Die historischen und forstwissenschaftlichen Wurzeln des Nachhaltigkeitsbegriffs liegen seit mehr als 300 Jahren in Sachsen. Hans Carl von Carlowitz, geboren am 14. Dezember 1645 in Oberrabenstein bei Chemnitz; gestorben am 3. März 1714 in Freiberg, war sächsischer Oberberghauptmann und damit verantwortlich für das kursächsische Berg- und Hüttenwesen. In seinem im Jahr 1713 veröffentlichten Buch „Sylvicultura oeconomica oder Haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur Wilden Baum-Zucht“ plädierte er erstmals für „eine continuirliche beständige und nachhaltende“ Nutzung der Wälder, um langfristig prosperierende Wirtschaftszweige wie das Montanwesen und damit allgemeinen Wohlstand in Sachsen zu ermöglichen. Carlowitz forderte damals, dass nur so viel Wald geschlagen werden soll, wie wieder nachwächst. „Sylvicultura oeconomica“ gilt damit heute weltweit als Ausgangspunkt für eine nachhaltige Forstwirtschaft und als Grundlage für den Nachhaltigkeitsbegriff. Der Nachhaltigkeitsgedanke, der Aspekte des Ressourcenschutzes
und der wirtschaftlich sinnvollen Ressourcennutzung mit der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen verbindet, hat sich bis heute über den forstlichen Ansatz hinaus deutlich weiterentwickelt.

Fortschreibungsprozess bereits bestehender Ziele

Ganz im Sinne dieses Erbes von Carlowitz und der daraus abgeleiteten Verantwortung für kommende Generationen hat die Sächsische Staatsregierung im Jahr 2013 die Nachhaltigkeitsstrategie »Sachsen hat Zukunft« verabschiedet.

Sie dient als politisches Leitbild für eine zukunftssichernde Entwicklung des Freistaates. Derzeit wird die Strategie unter Federführung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft fortgeschrieben. Es gilt, die gesetzten Ziele für eine nachhaltige Entwicklung in wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Handlungsfeldern zu aktualisieren, die Indikatoren weiterzuentwickeln und neue Themen zu integrieren.

Im Jahr 2015 haben die Vereinten Nationen mit der »Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung« einen Ansatz geschaffen, um globale Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Der Anspruch der Staatsregierung ist es deshalb, die Nachhaltigkeitsstrategie auf die Anforderungen von übermorgen auszurichten. Orientierung hierfür sind die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele, die so genannten Sustainable Development Goals (SDG), mit denen sich die Weltgemeinschaft darauf verständigt hat, gemeinsam die Chancen einer nachhaltigen Entwicklung zu nutzen und konkrete Ziele sowie Maßnahmen umzusetzen.

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Neue aktualisierte Strategie entwickelt

In seiner Sitzung am 27. November 2018 hatte das Kabinett die „Nachhaltigkeitsstrategie für den Freistaat Sachsen 2018“ beschlossen. Sie stellt eine Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie aus dem Jahr 2013 dar und berücksichtigt gleichermaßen die ökonomische, ökologische und soziale Dimension nachhaltiger Entwicklung.

Alle Ministerien sowie die Staatskanzlei haben die Strategie unter der Koordinierung des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft erarbeitet und tragen gemeinsam Verantwortung für ihre Umsetzung. Die Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt einen fachübergreifenden, integrativen Ansatz und berücksichtigt viele verschiedene Themenfelder von Bildung und Wissenschaft, öffentliche Finanzen, Umweltschutz, Energie und Klima bis hin zu Fachkräften, Gesundheit sowie gesellschaftlichem Zusammenhalt. Neben einer umfassenden Aktualisierung sind die Berücksichtigung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Agenda 2030) und die Ausrichtung auf einen Zielhorizont bis zum Jahr 2030 wichtige Anliegen der neuen Strategie. Zahlreiche Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden, Unternehmen und Institutionen sind aus dem öffentlichen Beteiligungsverfahren der letzten Monate in die Strategie eingeflossen.

Auf der Internetseite des Sächsisches Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft ist eine Lesefassung der „Nachhaltigkeitsstrategie für den Freistaat Sachsen 2018“ für interessierte Verbraucher und Bürger verfügbar.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

2 Kommentare
  1. Bürger sagte:

    Geht nachhaltig wirtschaften überhaupt, wenn viele Produktions- und Verarbeitungsstandorte für tausende Dinge des täglichen Lebens wegen marktwirtschaftlicher „Gesetzmäßigkeiten“ nicht mehr vor Ort vorhanden sind? Was nutzen große Ziele, wenn sich kein Mensch mehr darum schert, dass sein Braten aus Argentinien, seine Tomaten aus Südspanien und seine Klamotten aus Bangladesh kommen? Ganz abgesehen vom nächsten Flug- oder Kreuzfahrturlaub. Hauptsache der Gesetzgeber drangsaliert die eigenen Leute mit immer drastischeren Vorschriften und Verordnungen im alltäglichen Dasein und begründet das mit NACHHALTIGKEIT!

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    • Mitbürger sagte:

      Moderne Nachhaltigkeit = Wirtschaftswachstum für die GROßEN = Regulierung der KLEINEN = strenger Umwelt- und Ressourcenschutz rund um den Dorfbach = nicht mehr überschaubarer Zuwachs im Auto-, LKW-, Flug- und Schiffverkehr = KRANK

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