Landwirtschaft erklärt

Pflanzenschutz und Dünger kontra Gewässerschutz?

Deutschland ist dicht besiedelt. Im Schnitt leben bei uns 230 Menschen auf einem Quadratkilometer. Das macht es nahezu unmöglich, unser Grund- und Oberflächenwasser von allen menschlichen Einflüssen frei zu halten; auch die Landwirtschaft bleibt nicht ohne Folgen für die Gewässer. Es gibt jedoch eindeutige Sicherheitsstandards zum Schutz des Wassers. Den Landwirtschaftsbetrieben – also den Anwendern agrochemischer Produkte – ist es über die Jahre gelungen, Belastungen durch Einträge in Grund- und Oberflächengewässer in Deutschland zu verringern. Diese Arbeit muss weiter fortgeführt werden.

Gewässerschutz und Pflanzenschutz – hier sind auch die Anwender gefordert
Richtig angewendet, dürften keine Wirkstoffe oder biologisch wirksame Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln ins Wasser gelangen. In der Praxis lässt sich das jedoch trotz größter Sorgfalt nicht immer ganz vermeiden. Über Wind (Abdrift) und Regen (Erosion) können geringe Mengen verweht oder abgeschwemmt werden: Im Durchschnitt gelangen lediglich 0,016 Prozent der ausgebrachten Pflanzenschutzmittel in Oberflächengewässer. Das heißt 99,984 Prozent landen da, wo sie hingehören: auf der Nutzfläche. Die Messwerte hängen unter anderem von den Niederschlagsmengen ab. Bei rund 80 Prozent aller untersuchten Wasserproben werden nicht nur die für Oberflächengewässer geltenden Richtwerte unterschritten, sondern sogar der für Grundwasser gültige strenge EU-Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter.

Die Hauptursache für Belastungen des Oberflächenwassers ist jedoch die unsachgemäße Entsorgung der Reste von Spülflüssigkeiten, die beim Reinigen der Geräte anfallen. Hier hilft Aufklärung. Deshalb bieten Hersteller von Pflanzenschutzmitteln und verschiedene öffentliche Stellen Information und Beratung für Anwender an. Das Ziel: Landwirte für den aktiven Gewässerschutz zu gewinnen.

Deutliche Verbesserungen der Gewässerqualität
In den vergangenen 25 Jahren sind deutliche Verbesserungen der Gewässerqualität erreicht worden. Auch viele Forschungen und Weiterentwicklungen der Pflanzenschutz- und Düngemittelindustrie haben dazu beigetragen. Neben der Schulung der Landwirte im sachgerechten Umgang mit Pflanzenschutz- und Düngemitteln helfen auch schnell abbaubare Wirkstoffe, Belastungen des Grundwassers und in Oberflächengewässern zu senken. Auch die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Behörden sowie Natur- und Wasserschutz-Organisationen hat dazu beigetragen, dass in den letzten Jahren deutlich weniger Pflanzenschutzmittel in Flüsse und Seen gelangten. Das gemeinsame Ziel: kontinuierliche Verbesserung der Gewässerqualität.

Klare Vorschriften beim Gewässerschutz
Bei der Anwendung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln müssen Landwirte zahlreiche Verordnungen in Bezug auf den Gewässerschutz beachten, unter anderem die EU-Grundwasser-Tochterrichtlinie. Dies ist ein detailliertes Regelwerk, das die übergeordnete Wasserrahmenrichtlinie der EU konkretisiert. Demnach ist als Grenzwert für Pflanzenschutzmittel im Grundwasser 0,1 Mikrogramm pro Liter vorgeschrieben. Im Zuge der Trinkwasseraufbereitung sinkt dieser Wert in der Regel weiter ab. Was bedeutet das für den Verbraucher? Ein Rechenexempel: Wer 70 Jahre lang ausschließlich Wasser trinkt, das 0,1 Mikrogramm Pflanzenschutzmittel pro Liter enthält, hat am Ende dieser Zeit eine Menge aufgenommen, die der eines Salzkorns entspricht.

Auch bei der Düngung hat Gewässerschutz einen hohen Stellenwert. Die Düngeverordnung regelt auf der Grundlage des Düngemittelgesetzes die Gute fachliche Praxis beim Düngen. Hierin wird unter anderem geregelt, welche Abstände beim Ausbringen von Düngemitteln zu Gewässern einzuhalten sind. Das sind nur zwei von zahlreichen Gesetzen zum Gewässerschutz, die Pflanzenschutz- und Düngemittelindustrie und die Anwender ihrer Produkte sorgsam beachten müssen.

Quelle: Industrieverband Agrar e.V.

1 Antwort
  1. SiS sagte:

    Ein Theater, das immer wegen dem Pflanzenschutz gemacht wird. Heute sind die Regelungen so streng – dass ist gar keine Vergleich zu den Methoden zu DDR-Zeiten. Und wer einmal nur 100 m² verunkrauteten Garten mit der Hand sauber gemacht hat, der kann sich vorstellen, wie ein normales Feld mit 150.000 m² gepflegt werden müsste, um überhaupt etwas zu ernten. Was soll den dann das Getreide bzw. das Brot kosten bei 9,19 € Mindestlohn für die Arbeiter?

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