Naturschutz & Landwirtschaft

Die Feldlerche ist „Vogel des Jahres 2019“

Wie der NABU Deutschland (Naturschutzbund) mitteilte, wurde die Feldlerche (Alauda arvensis) zum „Vogel des Jahres 2019“ gewählt. An die Auswahl knüpft der NABU die Forderung nach einer grundlegenden Änderung der europäischen Agrarpolitik. Auf den Star, „Vogel des Jahres 2018“, folgt ein weiterer Vogel der Agrarlandschaft. Damit kürte der NABU die Feldlerche zum zweiten Mal zum „Vogel des Jahres“ nach 1998.

Die Feldlerche

Die Nahrung der Feldlerche ist abhängig von den Jahreszeiten. In den kalten Monaten begnügt sie sich mit Pflanzenteilen und Sämereien. Im Frühling kommen Insekten, Regenwürmer oder andere Kleintiere dazu, die besonders für den Feldlerchen-Nachwuchs ein wichtiges Kraftfutter sind. Mit nur 16 bis 18 Zentimetern Körperlänge und der beige bis rötlich-braunen Gefiederfärbung an der Oberseite ist sie im Stoppelfeld gut getarnt. Ihr einziger Schmuck besteht aus feinen, schwarzbraunen Längsstreifen, Strichen am Oberkopf und einer kleinen Federhaube.
Unsere Ohren nehmen Feldlerchen eher wahr als die Augen. Die Männchen singen meist im Flug aus einer Höhe von 50 bis 200 Metern, wo sie mit bloßem Auge kaum mehr zu erkennen sind. Ihr scheinbar endlos tirilierender Gesang bildet die traditionelle Klangkulisse unserer Agrarlandschaft. War es früher oft unmöglich, aus diesem Geräuschteppich einen einzelnen Vogel herauszuhören, ist es heute eine Freude, überhaupt eine Lerche zu hören. In manchen Gegenden ist der Himmel über den Feldern sogar bereits stumm.

Situation in Sachsen

Auch in Sachsen begann der Rückgang der Feldlerche bereits im 19. Jahrhundert mit der Aufgabe der klassischen Dreifelderwirtschaft, erreichte zu DDR-Zeiten während der Flurneuordnung in den 60er und 70er Jahren einen neuen Höhepunkt und setzt sich seit den 90er Jahren fort. Im Zeitraum 2004 bis 2007 wurden in Sachsen 80.000 bis 160.000 Brutpaare erfasst – Werte, die seit 1995 einem Rückgang um 40 Prozent entsprechen. Dem Atlas „Brutvögel in Sachsen“ zufolge ist die Feldlerche auf Rodungsinseln wie dem Tharandter Wald oder in Chemnitztal nicht mehr zu finden; am häufigsten dagegen in der Elbaue bei Torgau, im mittelsächsischen Lößhügelland bei Döbeln und im Osterzgebirge bei Fürstenau.

Inzwischen deutlich seltener, aber noch regelmäßig anzutreffen ist sie zum Beispiel auf den Elbwiesen nordwestlich und südöstlich von Dresden wie in Radebeul-Serkowitz und in der Feldflur bei Seegeritz nahe Leipzig. Dort habe laut Bernd Hoffmann vom NABU Partheland die vom BMW-Werk geschaffene ökologische Ausgleichsfläche im Gegensatz zum vorherigen bewirtschafteten Rapsacker die Lage der Feldlerche sogar verbessert: „Auf dem dichten Rapsfeld hatte sie davor keine Chance zum Brüten, weil sie flache, wenig bearbeitete Stellen benötigt.“ In Sachsen ist die noch recht häufige Feldlerche in die Vorwarnliste eingeordnet, bundesweit steht der Brutvogel auf der Roten Liste.

Forderung des NABU

Die immer intensivere Landwirtschaft sei zum Hauptgrund für das Artensterben in Europa geworden. NABU und LBV fordern deshalb für die derzeit laufenden Verhandlungen über die künftige EU-Agrarpolitik ein radikales Umsteuern. Derzeit fließen jährlich 58 Milliarden Euro Agrarsubventionen überwiegend als pauschale Flächenprämien an Landwirte. Das sind 114 Euro pro EU-Bürger. Diese Gelder sollten laut NABU künftig statt in Massenproduktion gezielt für eine naturverträgliche Landwirtschaft investiert werden, um Arten wie die Feldlerche zu retten.

Quelle: NABU Landesverband Sachsen e. V.

Anmerkung

LECKERES SACHSEN unterstützt uneingeschränkt die Ziele des NABU, das Artensterben in Europa, auch bei uns in Sachsen, aufzuhalten und bedrohte Arten zu retten. Allerdings sollte endlich angefangen werden, die Ursachen dafür konkret zu benennen und zu beseitigen und nicht die Betroffenen – die Landwirtschaftsbetriebe – ständig „vor´s Loch“ zu schieben. Warum arbeiten und produzieren die Landwirte so, wie sie es tun? Weil sie von Haus aus als Umweltsünder zur Welt kommen und schon in der Schule lernen, wie man am besten die Lebewesen auf Feld und Wiese vernichtet? So zumindest kommen sich viele Landwirte vor, wenn sie immer wieder von Außenstehenden und Naturschützern stark kritisiert werden! Das ist Mobbing gegen die, die eigentlich sehr viel tun, dass unsere Landschaft lebenswert bleibt!

Fragen wir uns doch viel lieber nach den Ursachen, warum Landwirte immer billigere Nahrungsmittel in Massen (auf großen Ackerflächen) produzieren müssen! Wie viele Menschen interessiert denn gar nicht mehr, woher ihre Nahrung eigentlich kommt, wie diese produziert wurde und ob der Erzeuger von den Lebensmittelpreisen existieren kann, die der Verbraucher bereit ist dafür zu zahlen? Erst wenn diese Preise im Discounter und Supermarkt so hoch sind, dass die landwirtschaftlichen Erzeuger so „schonend“ wirtschaften können, um seltene Arten zu schützen, dann sind Lebensmittel so teuer, wie es die Natur und unsere Umwelt verlangen! Fangen wir also an, das Verständnis dafür nicht bei den Lebensmittelerzeugern, sondern bei den Lebensmittelnutzern zu wecken. Dann wären wir der Ursache schon ein enormes Stück näher gekommen!

Flächenprämien sind übrigens mal „erfunden“ worden, um Landwirtschaftsfamilien  existenziell abzusichern. Durch den jahrelangen Verfall erzeuger- und naturgerechter Lebensmittelpreise wirtschaften sehr viele von ihnen unter der notwendigen Gewinnschwelle. Forderungen, diese Direktzahlungen immer mehr an umweltschonende Landbewirtschaftung zu koppeln, entziehen den Landwirten wieder ihr Einkommen. Schließlich verlieren sie damit einen Teil ihrer verkaufbaren Erzeugnisse. Würde es zu den einkommenstützenden Direktzahlungen zusätzliche Anreize für zusätzliche Umweltmaßnahmen geben, wären viele Landwirtschaftsbetriebe sehr viel flexibler in ihrer Wirtschaftsweise.

Besser noch: Lebensmittel sollten endlich wieder den finanziellen Wert bekommen, den sie zur Erzeuger- und Artenabsicherung benötigen. Dann wären klimaschädliche Transporte von Billiglebensmitteln quer durch die Welt deutlich geringer und die soziale Ausbeute in den Billigproduktionsländern würde wohl sichtbar weniger. Jeder muss bei sich selbst anfangen.

3 Kommentare
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