Reportage:

Bio-Gärtnerei bei Leisnig fördert Sorten- und Geschmacksvielfalt

von Thomas Rothe

Bei der Bio-Gärtnerei Rockmann im Leisniger Ortsteil Altenhof fand am 30. September 2018 der diesjährige Saisonausklang mit einem Tag der offenen Tür statt. Zahlreiche Kunden und Interessierte nutzten das wunderbare Spätsommerwetter, um sich einen Eindruck von der täglichen Arbeit des Familienbetriebes zu machen. Gespannt folgten sie den informativen Ausführungen von Jürgen Rockmann zu den einzelnen liebe- und mühevoll gepflegten Gemüse- und Kräuterkulturen.

2012 mit Weitblick wiedergegründet
Bereits im Jahr 1919 eröffnete Oskar Rockmann eine Gärtnerei im benachbarten Fischendorf. Die nachfolgenden beiden Generationen bauten sie weiter aus, errichteten viele Glashäuser und Frühbeetkästen. Bis 1996 wurden hier hauptsächlich Zierpflanzen produziert, insbesondere Azaleen. Aber auch Gemüse wurde angebaut und verkauft. Nach 16-jähriger Unterbrechung rief Eva Rockmann nach ihrem Studium an der FH Bernburg  in 2012 die Gärtnerei mit ökologischer Bewirtschaftung und visionärem Weitblick wieder neu ins Leben. Selbst kümmert sich die junge Inhaberin derzeit intensiv um die Zukunft der Gärtnerei: ihre beiden eigenen Sprößlinge. Derweil sorgen sich ihre Eltern aktiv um die Führung des Betriebes, den Anbau und die Pflege der Kulturen sowie um die Ernte und den Absatz der Früchte.

Vielseitig & Abwechslungsreich
Mit einfachsten Mitteln begann vor sechs Jahren das Projekt „Bio-Gärtnerei“ auf rd. zwei Hektar Ackerland, das von einer benachbarten Anwohnerin mit Sinn für naturnahes Wirtschaften bereitwillig zur Verfügung gestellt wurde. 2014 konnte ein erstes Gewächszelt errichtet und für die Erzeugung wärmeliebender Früchte genutzt werden. Zwei Jahre später folgte die Errichtung eines weiteren Gewächszeltes, was nach dem Orkan „Friedericke“ Anfang 2018 mit viel Engagement und Unterstützung von außen in diesem Frühjahr ein zweites Mal aufgebaut werden musste. Ausgestattet mit einem Traktor Deutz, Baujahr 1978, und wenigen kleinen Anbaugeräten bleibt den Rockmanns zur Bewirtschaftung ihres Ackerlandes und der Gewächszelte oft sehr viel Handarbeit übrig, um die Bestände frei zu halten von Beikräutern und Schädlingen. Unterstützt werden sie von einer befreundeten Mitarbeiterin der Jungchefin, die auch beim wöchentlichen Ernten und beim Absatz der Früchte mithilft. Nicht nur Abokisten auf Bestellung privater Haushalte müssen da regelmäßig frisch vorbereitet und ausgeliefert werden. Auch ein Großhändler aus Dresden holt das feine Bio-Gemüse ab für dessen Abnehmer aus der gehobenen Gastronomie. Neben Tomaten, Gurken, Paprika, Zwiebeln oder Möhren, darf es da auch schon mal Fenchel oder Haferwurzel sein. Beliefert werden zudem weitere Biohöfe in der Umgebung, die eine eigene Vermarktung biologisch erzeugter Produkte betreiben. Seit Juli 2015 vermarkten die Rockmanns ihre Produkte auch einmal wöchentlich in ihrem kleinen Hofladen in Fischendorf. Nicht zuletzt gehören mehrere kleine Geschäfte in der Umgebung zu den Abnehmern, die das frische saisonale Bio-Gemüse ihren regional- und ressourcenbewussten Kunden anbieten. So ist das Gemüse beispielsweise im „Lecker vom Land“ in Waldheim erhältlich.

Verbraucher können viel mehr Geschmack entdecken
Nach dem Rundgang über das Gärtnereigelände nutzten die Gäste die Gelegenheit, Fragen zu stellen zu den einzelnen Gemüsearten und Anbauverfahren. Nachdenklich machte die gemeinsame Feststellung, dass viele der alten, inhaltsreichen und schmackhaften Gemüsesorten den Verbrauchern kaum noch bekannt sind. Der Lebensmittelhandel setzt seit Jahrzehnten auf Massenware, die möglichst lange haltbar, optisch einwandfrei und meist genormt sein muss. Produzenten haben dann keine Wahl und sind gezwungen, entsprechende Lebensmittel bei geringen Stückkosten im großen Umfang zu erzeugen und hunderte Kilometer zu transportieren. Leider spielen Herkunft, Anbauverfahren und Sorten auch bei Obst und Gemüse nur noch eine untergeordnete Rolle bei der Kaufentscheidung vieler Konsumenten. Oft muss es einfach nur BILLIG sein. Einer angemessenen Sorten- und Geschmacksvielfalt kommt das genauso wenig zugute, wie einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Erzeugung. Das zu verändern und bewusst lebenden Menschen wieder Zugang zu vielfältigen und geschmackvollen Gemüsearten und –sorten zu verschaffen, das hat sich Eva Rockmann mit ihren Eltern und Unterstützern auf die Fahne geschrieben.

Mehr zur Bio-Gärtnerei in Altenhof erfahren Sie unter www.gaertnerei-rockmann.de.

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